Pressearchiv 2003
HASPA Finanzholding und die Sparkasse Bremen unterzeichnen Absichtserklärung für gesellschaftsrechtliche Kooperation
Abwicklungs-, Stabs- und Steuerungsaktivitäten beider Häuser sollen in gemeinsamer Retailholding gebündelt werden
Hamburger Sparkasse AG und die Sparkasse Bremen bleiben als eigenständige Institute mit unverändertem Marktauftritt in ihrer Region erhalten
Hamburg/Bremen, 20. Juni 2003. Die Hamburger Sparkasse AG und die Sparkasse Bremen beabsichtigen, ihre Stabs-, Steuerungs- und Abwicklungsaktivitäten in einer gemeinsamen Retailholding zu bündeln. Diese gesellschaftsrechtlich unterlegte Kooperation soll eine erfolgreiche Weiterentwicklung der beiden freien Großsparkassen als eigenständige, auf die Kundenbedürfnisse ausgerichtete Finanzinstitute in den Regionen sichern. "Beide Häuser wollen sich damit auf die anstehende Konsolidierung insbesondere im Sparkassensektor vorbereiten und dem zunehmenden Wettbewerbsdruck Rechnung tragen", heißt es in einer gemeinsamen Absichts- und Grundsatzerklärung, die am Donnerstag, dem 19. Juni 2003 unterzeichnet wurde.
Ziel der noch zu gründenden Retailholding ist es, durch eine weitgehende Zusammenführung der Stabs-, Steuerungs- und Abwicklungsbereiche beider Unternehmen Leistungssteigerungen und Kosteneinsparungen zu realisieren. Die Sparkasse Bremen und die HASPA Finanzholding als hundertprozentige Aktionärin der Hamburger Sparkasse AG planen, Anteile in eine gemeinsame Retailholding einzubringen. Die Retailholding soll ebenfalls die Rechtsform einer Aktiengesellschaft haben. Die Gründung dieser neuen Gesellschaft - Arbeitstitel: Norddeutsche Retailholding AG - ist für das zweite Halbjahr 2004 vorgesehen. Sie wird ihren Geschäftssitz sowohl in Hamburg als auch in Bremen haben. Die konkrete Ausgestaltung der Zusammenarbeit wird in einem Kooperationsvertrag festgelegt, den die beiden Institute in nächster Zeit ausarbeiten werden.
Die Hamburger Sparkasse AG und die zukünftige Sparkasse Bremen AG bleiben als eigenständige Vertriebssparkassen in der Rechtsform der Aktiengesellschaft erhalten und sollen - so das Ziel der Kooperationspartner - in den beiden norddeutschen Metropolregionen weiter wachsen.
Jürgen Oltmann, Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Bremen, erläutert: "Für die Retailholding benötigen wir auch für unser Haus die AG - den Prozess der Umwandlung haben wir bereits begonnen. Erst dann steht als zweiter Schritt die Gründung einer gemeinsamen Retailholding auf der Tagesordnung."
Dr. Karl-Joachim Dreyer, Vorstandssprecher der seit dem 16. Juni 2003 als HASPA Finanzholding firmierenden bisherigen Haspa und in Personalunion Vorstandssprecher der Hamburger Sparkasse AG, und Jürgen Oltmann sind sich einig: "Wir stehen ganz am Anfang einer dauerhaften und nicht umkehrbaren Zusammenarbeit zweier Häuser, die als freie private Sparkassen ideal zueinander passen. Unternehmenskultur, Geschäftsphilosophie und Unternehmensstrategie - es gibt kaum Unterschiede. Gleichwohl sind wir uns aber darüber im klaren, dass auf dem Weg zu einer gemeinsamen Retailholding AG noch viele einzelne Schritte mit Detailarbeit vor uns liegen."
Beide Häuser werden das gesamte Kundengeschäft in ihrer angestammten Region unter Leitung ihrer jeweiligen Vorstände eigenverantwortlich und unter ihrer bisherigen Marke fortführen. Wie gewohnt, wird die optimale Bedienung der Kundenbedürfnisse im Mittelpunkt aller Aktivitäten beider Sparkassen stehen. Wenn sich etwas für die Kunden ändert, dann ist es ein Mehr an Leistungsfähigkeit, Service und Kompetenz. Die starken Marken Haspa und die Sparkasse Bremen, die hohe Beratungskompetenz, das dichte Filialnetz und die mit beiden hanseatischen Sparkassen verbundenen Unternehmen bleiben unberührt.
Eigenständige und eigenverantwortliche Vertriebssparkassen, die sich auf das künftig in der Retailholding gebündelte Prozess- und Steuerungs-Know-How stützen, können auch positive Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung der beiden Regionen Hamburg und Bremen geben. Beide Vorstandssprecher betonen unisono: "Unsere Unternehmenskulturen - von der Gründung bis zur heutigen Position als marktführende Retailbanken im Geschäftsgebiet - aber auch unsere Geschäftsziele sind nahezu deckungsgleich. Deswegen sind wir sicher, dass die gemeinsame Retailholding zu einem gedeihlichen Miteinander aller Beteiligten führen wird. Hiervon werden letztlich die Bürger und die Unternehmen in beiden Regionen profitieren. Die sichere und verzinsliche Anlage des Geldvermögens, die Förderung von Sparen und Vermögensbildung sowie die Befriedigung des Kreditbedarfs der mittelständischen Unternehmen - all diese Aufgaben können wir durch diese Kooperation noch leistungsstärker, noch schlanker und damit noch kostengünstiger erfüllen."
Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehen die beiden Vorstände vor allem ein Mehr an Sicherheit und Entwicklungsperspektiven: "Die Kooperation sichert die langfristige Weiterentwicklung beider Sparkassen und damit im Endeffekt Arbeitsplätze." Größe, Kapitalausstattung und die realisierbaren Kosteneinsparungen in der gemeinsamen Retailholding führen zu noch mehr wirtschaftlichem Erfolg. Dass die geplante Zusammenlegung der Stabs-, Steuerungs- und Abwicklungsaktivitäten insgesamt betrachtet mittelfristig zu einer verringerten Personalstärke führen wird, ist die andere Seite derselben Medaille. Beide Häuser wollen diesen Prozess als verlässlicher Arbeitgeber und nach Möglichkeit über die natürliche Fluktuation der Mitarbeiter gestalten. Sie werden dabei - wie gewohnt - mit größtmöglicher Sensibilität vorgehen.
Aber auch die "weichen Faktoren" dieser völlig neuen Form der Zusammenarbeit zweier Sparkassen stimmen Oltmann und Dreyer zuversichtlich: "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beiden befreundeten freien Großsparkassen der Hansestädte dürften sich schnell aneinander gewöhnen. Beide Häuser haben dieselben historischen Wurzeln; die Gründer bewogen die gleichen altruistischen Motive zur Förderung des Spargedankens. Diese einfache und faszinierende Sparkassenidee gerade in privater Rechtsform ist nach wie vor hoch aktuell. Sie wird auch künftig ein Erfolgsmodell darstellen, das wir durch ein neues Miteinander absichern und fortschreiben wollen."
Dass beide Institute bestens harmonieren, zeigt schon heute die erfolgreiche Zusammenarbeit in der neue leben Holding AG, ein Tochterunternehmen der beiden hanseatischen Sparkassen. Die langjährige, ausgesprochen erfolgreiche Zusammenarbeit in der ZVS Zahlungsverkehrs- und Transaktionsservicegesellschaft mbH, die den beleggebundenen Zahlungsverkehr beider Sparkassen abwickelt, ist ein weiteres treffendes Beispiel. "Was im Kleinen bisher gut funktioniert hat, wird uns ebenfalls im Großen gelingen", sind sich beide Vorstände in Weg und Ziel einig.
Sowohl die Sparkasse Bremen als auch die Haspa betonen ihre Offenheit für weitere Kooperationspartner, die sich an der Norddeutschen Retailholding AG beteiligen wollen. "Das Modell spricht für sich, daher brauchen wir nicht aktiv um weitere Kooperationspartner zu werben", sind sich beide Vorstände einig.


