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Pressearchiv 2003

 

Gütesiegel für den seriösen Umgang mit Kundendaten

Hamburg, den 02. Dezember 2003 -

  • Ein Gütesiegel für den seriösen Umgang mit Kundendaten - das fordern Hamburger Unternehmen und die Verbraucherzentrale.
  • Hamburg, den 2. Dezember 2003 - Beim Haspa-Symposium zum Thema Kundenservice stand das Thema Datenschutz im Mittelpunkt der Diskussion.
 

Sieben Experten, drei Stunden Diskussion, ein Thema, dass derzeit in aller Munde ist: Wie kann man den Verbraucher vor dem unseriösen Umgang mit seinen persönlichen Daten schützen? Das war die Frage, die beim Haspa-Symposium, das am Montagabend im Café Flamant in der Hamburger City stattfand, die Diskussion beherrschte.
Das Ergebnis: Ein bundesweit gültiges Gütesiegel würde Verbraucher und das Image seriöser Unternehmen schützen.
"Im Handel werden zu häufig zu viele unnötige Daten von Kunden im Rahmen von Kundenbindungsprogrammen erhoben und missbraucht - etwa, indem man sie weiterverkauft", brachte Dr. Günter Hörmann, Leiter der Verbraucherzentrale Hamburg, seine Kritik auf den Punkt. Wehren können sich die Verbraucher in der Regel nur, indem sie aktiv ihr Einverständnis dazu verweigern. Dies sei aber der falsche Weg, so Hörmann: "Die Verbraucherzentrale plädiert dafür, dass der Verbraucher sein Einverständnis aktiv geben und nicht aktiv verweigern muss."
Auch Zukunftsforscher Andreas Steinle vom Trendbüro Hamburg warnte davor, mit dem Vertrauen der Kunden leichtfertig umzugehen: "Es ist ein Fakt, dass es Anonymität in der vernetzten Gesellschaft von morgen nicht mehr geben wird. Umso wichtiger ist es dann, dass ein Unternehmen das Vertrauen, dass es bei seinen Kunden genießt, nicht verspielt." Vertrauen zu gewinnen, sei ein langwieriger Prozess. Vertrauen zu verlieren, ginge dagegen sehr schnell.
Eine deutliche Aufforderung an die anwesenden Unternehmensvertreter. Vor Ort waren die HEW, der HVV, Radio Hamburg und die Haspa - allesamt Anbieter von Kundenbindungsprogrammen. Diese jedoch stimmten mit den Forderungen des Verbraucherschützers überein. "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und gehen keineswegs leichtfertig mit dem Vertrauen unserer Kunden um", sagte Holger Lefeber, bei der Hamburger Sparkasse verantwortlich für das Mehrwertpaket HaspaJoker. "Deshalb erheben wir nur die nötigsten Daten beim Abschluss des HaspaJokers - etwa die Adresse und die Kontonummer. Und das ausschließlich, damit wir die bezahlten Leistungen für unsere Kunden erbringen können."
Ähnliche Positionen vertreten auch die weiteren Unternehmen. Keines holt von seinen Kunden überflüssige Daten ein. "Wir erfragen von unseren Zeitkartenkunden zwar neben der Adresse und der Kontonummer noch die gängigen Routen, die sie befahren", erklärte Peter Kellermann, Geschäftsführer beim HVV. "Dies geschieht jedoch, um die Kunden zielgerecht darüber zu informieren, wenn sich bei ihren täglichen Strecken etwas ändert, zum Beispiel die Fahrzeiten." Und Günter Mester, Marketingleiter bei der HEW fügte hinzu: "Als Traditionsunternehmen werden wir die Marke HEW nicht aufs Spiel setzen, in die unsere Stromkunden oft seit Jahrzehnten vertrauen."
Es war Stephan Schwenk, Geschäftsführer bei Radio Hamburg, der die Idee einer Qualitätssicherung aufbrachte: "Wir würden eine Art Gütesiegel sehr begrüßen, dass uns unsere Diskretion im Umgang mit Kundendaten bescheinigt." Sein Gedanke stieß auf Begeisterung. "Letztlich sind wir alle Kunden und wollen nicht, dass mit persönlichen Daten Geld gemacht wird", so Dr. Harald Vogelsang, Vorstandsmitglied der Haspa. Und Mester ergänzte: "Ein Gütesiegel würde allen Unternehmen nützen, für die Datenschutz eine Selbstverständlichkeit ist."
Ein Schritt in die richtige Richtung, um schwarze Schafe langfristig zu stoppen und den Ruf von Kundenbindungsprogrammen zu verbessern. "Die Verbraucherzentrale wäre gern bereit, bei der Entwicklung eines solchen Gütesiegels mitzuwirken", versprach Verbraucherschützer Hörmann.

 
 

 

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