Pressearchiv 2004
Hamburger Mittelstand
- Hamburger Mittelstand: Intelligenter Einsatz von Fördergeldern sichert Wirtschaftswachstum für die Stadt
- KfW und Haspa bieten weiterhin zinsvergünstigte Kredite aus dem Sonderkontingent "Globaldarlehen" an
Hamburg, 27. September 2004 - "Eine Mittelstandsbank muss heute viel mehr leisten als die bloße Vergabe von Krediten", erklärt Vorstand Werner Matthews, bei der Haspa für das Firmenkundengeschäft verantwortlich. "Um den Kunden zu binden oder gar neue Kunden zu gewinnen, müssen sich Berater exzellent bei den Fördermitteln auskennen und mit alternativen Finanzierungsformen vertraut sein." Darüber hinaus müssen sich Mittelstandsbanken eigene Wege zur Unterstützung der Mittelstandsinvestitionen einfallen lassen, fordert Matthews. So bietet die Haspa seit Anfang 2004 gemeinsam mit der KfW als erste deutsche Sparkasse zinsvergünstigte Mittel, das so genannte "Globaldarlehen", in Höhe von insgesamt 400 Mio. Euro an. Seit dem Frühjahr hat die Haspa weit über ein Viertel dieser Mittel an ihre Kunden vergeben.
Einen Überblick über die derzeitigen Finanzierungsmöglichkeiten in Hamburg zu geben und positive Beispiele gelungener Mittelstandsförderung zu präsentieren, war Ziel des Haspa-Gesprächs "Mittelstandsfinanzierung" am 27. September 2004. Gemeinsam mit Wirtschaftssenator Gunnar Uldall, KfW-Vorstand Dr. Peter Fleischer, Dr. Stefan Papirow von der Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg und Carsten Röhrs, Geschäftsführer bei der Haspa BGM, präsentierte die Haspa ihre Serviceangebote für den Hamburger Mittelstand. Einhelliger Tenor aller Beteiligten: Hamburg muss die mittelstandsfreundlichste Stadt in Deutschland werden, damit die Metropole den Anspruch, eine "wachsende Stadt" zu sein, einlösen kann. Schließlich tätigen Mittelständler in Hamburg 45 % aller steuerpflichtigen Umsätze, beschäftigen 70 % aller Arbeitnehmer und stellen 82 % aller Ausbildungsplätze.
Finanzierungspartner des Mittelstandes stellen sich vor
Die KfW verfolgt zur Unterstützung des Mittelstands derzeit eine Doppelstrategie: Neben den bewährten klassischen Förderinstrumenten werden neue Förderansätze wie die Verbriefung von Kreditrisiken entwickelt. Dabei kauft die KfW Risiken aus Mittelstandskrediten von den Kreditinstituten und platziert diese am Kapitalmarkt. "Auf diese Weise wird bei den Instituten Eigenkapital frei, das zur Gewährung neuer Darlehen an kleine und mittlere Unternehmen genutzt werden kann", erläutert Dr. Peter Fleischer, Vorstand der KfW Bankengruppe, das Instrument.
Neben der KfW Bankengruppe mit ihren diversen Fördermöglichkeiten ist die Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg GmbH (BG) ein weiterer Partner in Sachen Mittelstandsfinanzierung. Die Aufgabe der BG liegt vornehmlich darin, bei entsprechender Qualifikation des Unternehmens Ausfallbürgschaften zu übernehmen, wenn ausreichende Sicherheiten sonst nicht zur Verfügung stehen. Kreditgarantien bis zu 80 % der Darlehenssumme oder maximal 1 Mio. Euro werden seitens der BG übernommen. In den ersten acht Monaten dieses Jahres hat die Bürgschaftsbank rund 40 Mio. Euro Ausfallbürgschaften zugunsten kleinerer und mittlerer Unternehmen über-nommen. Über die Haspa wurden knapp 60 % aller Anträge vermittelt.
Die Haspa BGM, eine 100prozentige Tochter der Hamburger Sparkasse, bietet Eigenkapitallösungen zur Unternehmensfinanzierung an. Sie beteiligt sich an norddeutschen Mittelständlern in einer Größenordnung von einer halben bis zu fünf Mio. Euro. Die Unternehmen sollten einen jährlichen Umsatz ab fünf Millionen Euro erwirtschaften und von einem erfahrenen Management geführt werden. Ebenfalls wichtig: Die Firma muss bereits eine gute Marktstellung besitzen und eine überzeugende Unternehmensstrategie. Als Partner, der an langfristigen Engagements interessiert ist, begleitet die Haspa BGM Unternehmen im Durchschnitt zwischen fünf und zehn Jahren.
Auch die Stadt Hamburg ist bei der Unterstützung des kleinen und kleinsten Mittelstandes nicht untätig: Mit dem "Programm für Gründungen von Kleinstunternehmen" ermöglicht sie erwerbslosen bzw. von der Erwerbslosigkeit bedrohten Gründern den Zugang zu Investitions- und Betriebsmitteldarlehen bis zu einer Höhe von 12.500,- Euro. Das 2002 zunächst als befristetes Pilotprojekt gestartete Programm wurde aufgrund der Nachfrage und der guten Erfahrungen jetzt verlängert.
Im Rahmen des Haspa-Gesprächs "Mittelstandsfinanzierung" hatten die Pressevertreter Gelegenheit, zwei Unternehmer kennen zu lernen, die über ihre gelungenen Investitionen und deren Förderung am Standort Hamburg berichteten.
Mit gutem Beispiel voran
Die Club-Tanzschule "Ring 3" hat rechtzeitig angefangen Kurse anzubieten, die, jenseits von Walzer- und Wiegeschritt, auch bei den heute 13jährigen Anklang finden. Zudem akquiriert Inhaber Peter Bartel systematisch an den umliegenden Schulen junge Tanz-Interessierte. Sein Marketing gibt ihm Recht, die Mitgliederzahlen steigen stetig. Der Ausbau eines weiteren Tanzsaales wurde nötig, gleichzeitig war der Erwerb der bisher gemieteten Immobilie möglich geworden. "Eine Expansion der Tanzschule musste unbedingt in Angriff genommen werden", so Bartel, "Plan war der Ankauf der gemieteten Räume in Poppenbüttel und gleichzeitig der Ausbau eines zusätzlichen Saales." Den geeigneten Weg, diese Investitionen zu finanzieren, hat Peter Bartel gemeinsam mit der Haspa gefunden: Die Finanzierung der Immobilie wurde sowohl über die zinsgünstigen KfW-Fördermittel als auch mittels eines klassischen Kredits strukturiert. Ein kleinerer Kredit für den Umbau und die Einrichtung kam hinzu.
Ziel von Thomas Hinz, Geschäftsführer des Hamburger Naturkost-Discounter "Erdkorn", ist es, sein Filialnetz in Norddeutschland auszubauen. Mit der Haspa Beteiligungsgesellschaft für den Mittelstand (Haspa BGM) hat er einen Partner gefunden, der sich mit einer Beteiligung an der im Jahr 2001 gegründeten Erdkorn GmbH engagiert. Für die weitere Expansion ist der Weg jetzt offen: Die kombinierte Finanzierung aus Eigenkapital der Haspa BGM und durch die Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg verbürgten Leasing- und Kreditmitteln steht.
Für Carsten Röhrs, Geschäftsführer der Haspa Beteiligungsgesellschaft, ist das Engagement bei Erdkorn kein Risiko: "Der Einzelhandel ist zwar von der Konjunkturdelle betroffen, aber gerade deswegen ist jetzt die Zeit, Bio-Produkte kostengünstig über ein Discount-Konzept anzubieten. Naturkost ist längst kein ideologischer Nischenmarkt mehr, sondern wird von vielen Menschen gekauft." Röhrs ist überzeugt, dass Erdkorn eine gute Führungsmannschaft besitzt: "Mit Thomas Hinz haben wir einen Unternehmer kennen gelernt, der mit seiner bei Aldi gesammelten Erfahrung den Handel mit Bio-Produkten weiter professionalisieren wird."
Das Klima für den Mittelstand in Hamburg weiter zu verbessern, ist das erklärte Ziel der Hamburger Sparkasse und ihrer Kooperationspartner. "Die Haspa ist für 32 % aller mittelständischen Firmenkunden die Hausbank. 70 % aller bankfinanzierten Existenzgründer werden von der Haspa begleitet", so Matthews.


