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Pressearchiv 2005

 

Kapitalmarkt-Ausblick 2006

  • Höchststände an den Märkten im ersten Halbjahr, Konsolidierung der Entwicklungen in der zweiten Jahreshälfte
  • DAX bei 5.700 bis 6.100 und Euro Stoxx 50 bei 3.800 bis 4.000 Punkten bereits im ersten Halbjahr
  • Anlage in Aktien; Schwerpunkt Europa und Japan, auch Osteuropa und USA ergänzend interessant
  • Zunehmende Unternehmensakquisitionen aufgrund hoher Liquidität
  • Euro zwischen 1,15-1,25 im ersten und 1,20-1,30 US-Dollar im zweiten Halbjahr

Hamburg, 05.12.2005 - Das Börsenjahr 2005 verlief nach einem verhaltenen Start hervorragend. Besonders deutsche Aktien zählten zu den bevorzugten Werten. Der DAX verbuchte 2005 einen Anstieg von mehr als 20 Prozent und auch der MDAX erzielte stolze Kursgewinne. Dieser positive Trend wird sich auch im kommenden Jahr fortsetzen. Vor allem in der erste Jahreshälfte werden die Anleger 2006 ein gutes Umfeld für Investitionen in Aktien vorfinden. Danach wird der US-Dollar wieder an Stärke verlieren und Unternehmensübernahmen die Gewinne der Gesellschaften schmälern, so dass sich das Klima im zweiten Halbjahr insgesamt etwas abkühlen wird, prognostiziert die Hamburger Sparkasse.

 

Konjunktur und Wachstum in Deutschland

Die Binnennachfrage in Deutschland bleibt auch 2006 schwach; vor allem die Kaufzurückhaltung der privaten Haushalte ist weiterhin sehr ausgeprägt. Angesichts der anstehenden Mehrwertsteuererhöhung werden vorgezogene Käufe langlebiger Güter wie Autos oder Einrichtungsgegenstände einen bescheidenen Wachstumsbeitrag im Gesamtjahr 2006 leisten. Der Außenhandel hingegen ist nach wie vor auf steigendem Kurs. Auch 2006 steuert er auf einen Rekordüberschuss zu. Insgesamt rechnen die Analysten der Hamburger Sparkasse in Deutschland mit einem verhaltenen Aufschwung und einem BIP-Zuwachs im oberen Bereich der Spanne wischen 1,0 und 1,5 Prozent.

Zinsen und Währungen

Die amerikanische Notenbank hat den Geldmarktsatz 2005 in zahlreichen kleinen Schritten deutlich angehoben und wird im ersten Quartal 2006 an dieser Politik festhalten; im Frühjahr 2006 bereits wird eine Spanne von 4,50 bis 5,00 Prozent erreicht werden. Die Europäische Zentralbank hat die extreme Niedrigzinsphase beendet. Es ist davon auszugehen, dass der Hauptrefinanzierungssatz zunächst auf 2,50 Prozent angehoben wird, so die Zins-Prognose der Analysten.

Der US-Dollar wird 2006 zwei Phasen durchlaufen: Solange die US-Notenbank an Leitzinsanhebungen festhält, kann er etwas an Stärke gewinnen; im ersten Halbjahr sind Notierungen zwischen 1,15 und 1,25 US-Dollar pro Euro zu erwarten. Sich eintrübende US-Fundamentaldaten führen im weiteren Jahresverlauf zu einer neuerlichen Schwächephase des Dollar. Der Euro wird daher im zweiten Halbjahr in einen Korridor von 1,20 bis 1,30 US-Dollar aufsteigen.

Unternehmen

Für europäische Unternehmen zeichnet sich eine weitere Verbesserung der Bilanzrelationen sowie der Profitabilität ab. Trotz eines anhaltend geringen Umsatzwachstums sowie gestiegener Rohstoffpreise ist erneut von einem Anstieg der Unternehmensgewinne auszugehen. Für diesen Anstieg sind drei Gründe verantwortlich: Die nach wie vor intensiven Restrukturierungs- und Kostensenkungsbemühungen, die Fortsetzung des Schuldenabbaus vor dem Hintergrund des niedrigen Zinsniveaus und hoher Liquidität sowie das florierende Exportgeschäft. Die Dynamik, mit der sich der Anstieg der Ergebniszuwächse vollzieht, wird sich gegenüber dem Vorjahr allerdings verlangsamen. Der Weg zu mehr Wachstum wird für die Unternehmen 2006 nicht über Umsatzsteigerungen sondern über Erweiterungsinvestitionen, also Unternehmensübernahmen, führen. Angesichts des deutschen Konjunkturszenarios wird der Schwerpunkt allerdings nicht auf inländischen sondern auf grenzüberschreitenden Akquisitionen liegen.

Eine weitere Antriebsquelle für eine hohe Aktivität am Markt für Unternehmenskäufe sind die hohen Mittelzuflüsse, die Private Equity Fonds auf sich ziehen. Angesichts der mittlerweile erreichten Größenordnungen sind führende Private Equity Initiatoren in der Lage selbst DAX-Unternehmen zu übernehmen.

Aktien und Renten

Die Renditen im Rentenmarkt befinden sich im historischen Vergleich immer noch auf extrem niedrigen Niveau. Für 2006 rechnen die Analysten der Haspa mit einem moderaten Renditeanstieg auf Werte zwischen 3,75 und 4,25 Prozent bei 10-jährigen Bundesanleihen. Die Ölförderländer werden aufgrund anhaltender hoher Öl- und Gaspreise auch 2006 einen weiterhin großen Anlage- und Investitionsbedarf haben und den Rentenmarkt entsprechend stützen.

Anhaltend hohe Dividendenzahlungen sowie laufende Rückkaufprogramme eigener Aktien der Unternehmen werden den Aktienkursen 2006 Rückenwind verleihen. Zudem steigen die Unternehmensgewinne schneller als die Kurse. Damit befindet sich das aktuelle DAX-Kurs-Gewinn-Verhältnis weiterhin unter den Durchschnittswerten; ein klares Signal für ein Engagement am Aktienmarkt im kommenden Jahr.

Für den DAX erwartet die Haspa-Analyse eine Kursbandbreite von 5.700 bis 6.100 Punkte.

Für den Euro Stoxx 50 liegt das Bewertungsniveau zwischen 3.800 und 4.000 Punkten. Durch Investitionen, die die Gewinne schmälern, könnten allerdings Gewinnschätzungen von Unternehmen für das Jahr 2006 zu hoch gegriffen sein. Daraus resultierende Enttäuschungen des Marktes könnten dann Anlass geben, dass DAX und Euro Stoxx 50 diese Bewertungsniveaus verfehlen.

Rohstoffe und Metalle

Das starke Wachstum Asiens und der damit in Zusammenhang stehende Rohstoff- und Energiehunger wird weiter anhalten und insbesondere beim Erdöl keine grundlegende Entspannung zulassen. Im Bereich der Metalle wird dagegen durch die Ausweitung des Angebots in der ersten Hälfte 2006 der Zenit erreicht werden. Eine Ausnahme stellt das Gold dar; der wachsende Wohlstand und die damit einhergehende höhere Goldnachfrage in Asien wird dazu führen, dass der Preis weiter anziehen wird.

 
 

 

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