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Pressemeldungen 2007

 

Kapitalmarktausblick 2008


  • Basis-Szenario: US-Konjunktur erholt sich im Verlauf von 2008 nach einem sehr schwachen Winterhalbjahr / Alternativ-Szenario: Rezessive Tendenzen in den USA lösen weltweit starke Wachstumsverlangsamung aus 
  • Trotz der weltweiten Konjunkturabkühlung und des schwachen US-Dollar Wachstumsrate um 2 Prozent in der Euro-Zone 
  • Stabile Zinsen und wieder abnehmende Inflationsraten 
  • Der Euro bleibt vorerst fest 
  • Unternehmensgewinne steigen weiter, aber mit geringerer Dynamik 
  • Schwierige Wegstrecke im ersten Halbjahr, daher zunächst unterdurchschnittliche Aktienquote 
  • Der DAX kann Ende des Jahres 8.500 Punkte erreichen, wenn die US-Hypothekenkrise beherrschbar wird und die US-Konjunktur sich stabilisiert
  • Interessante Investmentthemen: Emerging Markets, Infrastruktur, Agrar-Rohstoffe


 

Hamburg, 6.12.2007 - Die Haspa-Analysten erwarten für das Jahr 2008 zwar eine weltweite Konjunkturabkühlung und eine anhaltende Dollar-Schwäche. Trotzdem trauen sie der Wirtschaft in Deutschland und in der Euro-Zone aufgrund der erhöhten Eigendynamik eine Wachstumsrate von etwa 2 Prozent zu. Die Unternehmensgewinne dürften, wenn auch verlangsamt, weiter steigen. Insofern könnte der DAX auf 12-Monatssicht einen Index-Stand von 8.500 Punkten erreichen.

Bernd Schimmer, Leiter des Bereichs Wertpapieranalyse bei der Haspa: Die Prognose für 2008 ist mit einer deutlich höheren Unsicherheit behaftet als in den Vorjahren. Ursächlich dafür sind vor allem drei Faktoren: die Hypothekenkrise in den USA, die extrem hohen Energiepreise und der feste Euro. Jeder Einzelne dieser Faktoren kann erhebliche restriktive Wirkung entfalten. Da sie zeitgleich auftreten, kann sich diese Wirkung verstärken. Sowohl die Konjunktur- als auch die Kapitalmarktentwicklung in 2008 wird entscheidend davon abhängen, wie die Realwirtschaft diese Belastungsprobe verarbeitet.

In ihrem Basisszenario gehen die Haspa-Analysten davon aus, dass es trotz aller Belastungsfaktoren nur eine Wachstumsdelle geben wird. Der Fokus liegt dabei vor allem auf den Impulsen, die aus den USA zu erwarten sind. Hier rechnen die Haspa-Analysten mit einer starken konjunkturellen Abkühlung im Winterhalbjahr und einer Erholung in der zweiten Jahreshälfte. Auf das Gesamtjahr bezogen schätzen sie das BIP-Wachstum in den USA auf 2 Prozent.

Doch auch ein solches Soft-Landing-Szenario wird vom fernen Osten bis nach Westeuropa konjunkturelle Bremsspuren hinterlassen. Jochen Intelmann, Chefvolkswirt der Haspa: Auch der Exportboom in Deutschland wird sich 2008 abschwächen. Aufgrund des robusten Arbeitsmarktes rechnen wir aber mit einer Konsumbelebung. Insgesamt dürfte sich das Wachstumstempo etwas verlangsamen. Realistisch sind knapp 2 Prozent.

Wenig Hoffnung besteht auf eine baldige Normalisierung der Währungsparitäten zwischen Euro und US-Dollar. Jochen Intelmann: Die US-Notenbank wird versuchen, der Konjunkturabschwächung mit weiteren Leitzinssenkungen entgegenzuwirken. Der Europäischen Zentralbank hingegen sind die Hände gebunden. Wegen der aktuell beschleunigten Preissteigerungsraten müsste sie die Zinsen sogar anheben. Das allerdings würde den Euro noch fester machen. Wir gehen davon aus, dass die EZB den Hauptrefinanzierungssatz bei 4 Prozent einfrieren wird.

Wahrscheinlich ist, dass der Euro gegenüber der US-Währung zunächst weiter zulegen wird und im Frühjahr über 1,50 US-Dollar notiert. Erst in der zweiten Jahreshälfte dürfte sich der US-Dollar wieder festigen und um 1,45 einpendeln.

Die viel zitierten Inflationsgefahren speziell in Deutschland schätzen die Haspa-Analysten eher als vorübergehend ein. Sondereffekte wie die Mehrwertsteuererhöhung wachsen automatisch aus der Berechnung heraus. Preisdämpfende Effekte sind auch von der Konjunkturabkühlung zu erwarten. Auf Jahressicht sollte sich die Preissteigerung in der Euro-Zone auf knapp über 2 Prozent einpendeln. Beim Ölpreis wird eine Schwankungsbreite zwischen 75 und 95 US-Dollar pro Barrel erwartet - also eine leichte Entspannung gegenüber den Höchstständen von 2007.

Ausgehend von diesem Basisszenario rechnen die Haspa-Analysten an den Aktienmärkten zunächst mit einer Fortsetzung der hohen Schwankungsbreite, wobei in den nächsten Monaten beim DAX auch Rückfälle bis zur Marke von 7.000 Punkten möglich sind. In der Erwartung einer konjunkturellen Belebung sei dann aber spätestens in der zweiten Jahreshälfte mit einer deutlichen Erholung der Märkte zu rechnen. Zum Jahresende 2008 halten die Haspa-Analysten dann sogar neue Rekord-Indexstände für möglich: beim DAX bis 8.500 Punkte, beim Euro Stoxx 50 bis 4.800 Punkte.

Ihre Triebkraft beziehen die Kurse der deutschen und europäischen Blue Chips aus den steigenden Unternehmensgewinnen. Die Dynamik bei den Gewinnsteigerungen lässt zwar nach. Aber nach Meinung der Haspa-Analysten sind bei den DAX-Unternehmen 2008 noch plus 10 Prozent, bei den im Euro Stoxx 50 notierten Konzernen noch plus 6 Prozent zu erwarten. Die Prozentzahlen bezeichnen Durchschnittswerte. Einzelne Titel haben noch deutlich stärkeres Aufwärtspotenzial. Bernd Schimmer: Auf Basis unserer Modellbetrachtungen würde sich beim DAX sogar ein fairer Wert von 9.800 Punkten ergeben. Diesen Wert wäre aber nur in einem Marktumfeld erreichbar, das weitgehend frei von den bereits genannten Risiken ist.

Als Basisinvestment bei Aktien spricht zunächst alles für Europa. Im weiteren Jahresverlauf könnten sich allerdings auch Titel von US-Unternehmen als aussichtsreiche Ergänzung erweisen, zumal hier - bei positiver Dollar-Kurserholung - zusätzlich Währungsgewinne zu Buche schlagen könnten.

Fundamental bewertet ist ein Investment in Aktien im Jahr 2008 attraktiver als eine Anlage in Anleihen. Wer trotzdem Anleihen erwerben möchte, sollte auf kurze Laufzeiten setzen. Aufgrund des ungewöhnlich hohen Renditevorsprungs sind Pfandbriefe grundsätzlich interessant.

Die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe wird sich nach Einschätzung der Haspa-Analysten in einem Korridor zwischen 4 und 4,5 Prozent bewegen. Die höchsten Werte sind zum Jahresende zu erwarten. In der Erwartung einer konjunkturellen Belebung im zweiten Halbjahr dürfte sich die 10-jährige US-Rendite ebenfalls im Bereich zwischen 4 bis 4,5 Prozent bewegen.

Alle genannten Einschätzungen beziehen sich auf das Basisszenario der Haspa, dem eine 60-Prozent-Wahrscheinlichkeit eingeräumt wird. Wegen der vielfältigen Unsicherheitsfaktoren haben die Haspa-Analysten zusätzlich ein Alternativ-Szenario entwickelt, das rezessive Tendenzen in den USA oder den Eintritt einer Stagnationsphase unterstellt. In letzteren Fällen sind deutliche Bewertungsabschläge bei Aktien vorgesehen. Das Fazit des Alternativszenarios lautet: Anleihen vor Aktien.

Insgesamt empfehlen die Haspa-Analysten, Anlagen weiterhin international zu streuen und die verschiedenen Anlageklassen im Depot angemessen zu gewichten. Im festverzinslichen Bereich sollten dabei liquiditätsnahe Renten-Engagements mit kurzen Laufzeiten im Vordergrund stehen.  Diese können sinnvoll mit Pfandbriefen kombiniert werden. Unternehmensanleihen sollten erst bei einer absehbaren Erholung der US-Konjunktur an Gewicht gewinnen. Zur Stabilisierung des Depots empfehlen sich derzeit Wandelanleihen und marktneutrale Investments zum Beispiel auf der Grundlage von Rohstoffen. Unverändert interessant bleiben Immobilienfonds mit Fokus auf Deutschland und Gewerbeimmobilien. Auch das Thema Gold bleibt in Anbetracht anhaltender Inflationsbefürchtungen aktuell. Anlagen in Europa und den Emerging Markets sollten im Vergleich zu Japan und den USA dominieren.

 
 

 

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