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Haspa Geldbarometer Sommer 2009

 

Thema: Finanzielle Lage

Repräsentative Meinungsumfrage: Wie die Hamburger ihre finanzielle Lage einschätzen

Noch ist kein Ende der Wirtschaftskrise in Sicht. Experten rechnen in den nächsten 12 Monaten mit deutlich steigenden Arbeitslosenzahlen. Doch trotz dieser negativen Prognosen haben die meisten Hamburger die Erwartung, dass sich ihre persönliche finanzielle Lage in den nächsten 2 Jahren nicht verschlechtern wird. Aber es gibt auch Besorgnisse. 23 % der Befragten äußern Ängste vor einem sozialen Abstieg.

 

So das Ergebnis des aktuellen Haspa Geldbarometers, für das im Juni 800 repräsentativ ausgewählte Hamburgerinnen und Hamburger befragt wurden.

Licht und Schatten bei den finanziellen Zukunftserwartungen

  • Rund die Hälfte der Befragten (52 %) glauben, dass sich an ihrer wirtschaftlichen Situation trotz Wirtschafts- und Finanzkrise auch in den nächsten 2 Jahren kaum etwas ändern wird.
  • 23 % rechnen mittelfristig sogar mit einer Verbesserung ihrer finanziellen Lage. Besonders optimistisch sind junge Leute im Alter zwischen 18 und 29 Jahren (46 %). Auch in der Generation der 30 bis 49-Jährigen, die voll im Berufsleben stehen, haben überdurchschnittlich viele Befragte positive Erwartungen (27 %).
  • Etwa gleich viele (22 %) erwarten allerdings eine Verschlechterung ihrer finanziellen Lage. Das gilt in besonderer Weise für die Generation 50plus, die mit 28 % den negativen Spitzenwert markiert.

Reinhard Klein, Privatkundenvorstand der Haspa: Erfreulich ist, dass die Werte im Vergleich zu unserer Frühjahrsumfrage aus dem Februar weitgehend stabil geblieben sind. Die Zuversicht und das Vertrauen der Konsumenten scheinen wieder zuzunehmen, das ist ein gutes Signal. Wir erheben jetzt seit sechs Jahren Daten für das Haspa Geldbarometer. Es hat sich immer als ein guter Stimmungsindikator der Privathaushalte erwiesen und deckt sich häufig mit den Zukunftserwartungen der Unternehmen.

41 % der Befragten schätzen ihre aktuelle finanzielle Lage als gut bis sehr gut ein

Parallel zu den Zukunftserwartungen fragt das Haspa Geldbarometer ebenfalls regelmäßig, wie die Hamburgerinnen und Hamburger ihre aktuelle Finanzlage einschätzen. Auch hier hat sich das Stimmungsbild stabilisiert.

  • 41% der Hamburger schätzen ihre aktuelle finanzielle Lage als gut bis sehr gut ein. Dieser Wert ist zwar immer noch deutlich schlechter als im Sommer des Vorjahres (49 %). Aber er liegt um 2 Prozentpunkte höher als im Februar 2009 und könnte somit eine positive Trendwende signalisieren.
  • 14 % halten ihre finanzielle Lage für schlecht bis sehr schlecht. Dieser Wert lag im Februar 2009 bei 16% und im Sommer 2008 bei 8 %. Auch hier also ein leicht positiver Trend bei der Lagebeurteilung.
  • 43 % der Befragten tendieren dazu, ihre finanzielle Lage weder als gut noch als schlecht einzuschätzen. Sie sagen: Es geht.

23 % der Befragten sehen die Gefahr eines sozialen Abstiegs

Wie groß ist die Befürchtung der Hamburger, aufgrund der Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise einen sozialen Abstieg zu erleben? Die Ergebnisse zu dieser Frage spiegeln wider, dass die Besorgnisse quer durch alle Bevölkerungsschichten gehen und nicht nur etwas mit dem aktuellen Haushaltsnettoeinkommen, sondern auch etwas mit Bildungsabschlüssen und der familiären Lebenssituation zu tun haben.

Zunächst einmal das Gesamtergebnis für alle Befragten:

  • 74 % haben keine Befürchtungen oder schätzen sie als eher gering ein
  • 23 % halten sie für groß bis sehr groß

Am stärksten ausgeprägt ist die Furcht vor dem sozialen Abstieg bei

  • Befragten ohne Lehrabschluss (47 %) und mit Hauptschulabschluss (33 %)
  • Geringverdienern mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 2.000 Euro (34 %)
  • Singles (30 %).

Aber auch unter den Befragten, die sich kraft Funktion zur beruflichen Elite zählen, bringen überdurchschnittlich viele die Sorge zum Ausdruck, dass sie infolge der Krisenlage einen sozialen Abstieg erleben könnten. Das gilt vor allem für die Altersgruppe der 40 bis 49-Jährigen, in der mehr als jeder Fünfte (27 %) seinen Status gefährdet sieht.

Bildung scheint der Schlüssel zu sein, um Krisenzeiten wie diese ohne allzu große Befürchtungen zu überstehen. So geben laut Haspa Geldbarometer nur 9 % der Hochschulabsolventen und 14 % der Befragten mit Abitur zu Protokoll, dass sie von sozialen Abstiegsängsten geplagt werden.

Zum Haspa Geldbarometer:
Befragt werden jeweils 800 repräsentativ ausgewählte Hamburgerinnen und Hamburger. Die Frage nach der finanziellen Lage ist ein Stimmungstest, ähnlich wie die Ifo-Befragungen zum Konsumklima. Hier kommen praktisch alle Einflussfaktoren zum Tragen von der realen Einkommenssituation und der Lage am Arbeitsplatz bis zu Informationen und Wahrnehmungen, die aus Medien und aus dem persönlichen Umfeld bezogen werden.

 
 

 

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