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Haspa Geldbarometer Sommer 2009

 

Thema: Konjunktur und Konsum


Repräsentative Meinungsumfrage:
Trotz Krise: 69% der Hamburger haben ihre Konsumausgaben nicht eingeschränkt

Wie reagieren die Hamburger Konsumenten auf die schwere Wirtschaftskrise? Haben sie ihre Ausgaben eingeschränkt und wenn Ja: In welchen Bereichen stehen sie besonders auf der Konsumbremse? Die neueste Umfrage zum Haspa Geldbarometer liefert Daten, die aufhorchen lassen. Denn das Konsumklima ist besser, als es die aktuelle Krisenlage erwarten lässt.

 

"Wie haben Sie persönlich als Konsument in den letzten Monaten auf die Verschärfung der Wirtschaftskrise reagiert?, lautete die Frage an 800 repräsentativ ausgewählte Hamburgerinnen und Hamburger.

Ergebnis:

  • Fast zwei Drittel der Befragten (64%) haben ihr Konsumverhalten nicht geändert
  • 5% haben sogar mehr ausgegeben
  • 30% haben ihre Ausgaben eingeschränkt

Viele von denen, die ihre Ausgaben schon in den letzten Monaten eingeschränkt hatten, wollen auch in naher Zukunft auf Sparkurs bleiben (68%). Das ist auch wenig überraschend, denn wer mit Hinweis auf die Rezessionsfolgen seine Ausgaben einschränkt, hat (noch) wenig Grund, an diesem Verhalten etwas zu ändern.

Aber wie werden sich die 64% der Hamburger in den nächsten 12 Monaten verhalten, die ihre Konsumausgaben trotz Rezession noch nicht eingeschränkt haben und somit eine Art Stabilitätsanker für die Binnenkonjunktur sind? Gehen auch sie zukünftig auf Sparkurs? Weit gefehlt:

  • 83% wollen auch in naher Zukunft trotz Rezession - ihr Konsumverhalten nicht ändern
  • 4% wollen sogar mehr ausgegeben
  • nur 10% wollen ihre Ausgaben einschränken

Wie sich die Zeiten ändern: Vor 4 Jahren, als die deutsche Wirtschaft nach einem Konjunktureinbruch längst wieder in Schwung gekommen war, standen die Hamburger weiter auf der Konsumbremse. 59% gaben laut Haspa Geldbarometer damals zu Protokoll, dass sie ihre Konsumausgaben auch in den nächsten 12 Monaten weiter einschränken wollen. Jetzt, inmitten der schärfsten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit, reagieren die Verbraucher offenkundig sehr viel gelassener.

Reinhard Klein, Privatkundenvorstand der Haspa, warnt jedoch vor überzogenen Hoffnungen: "So positiv wie die Ergebnisse angesichts der Krisenlage aussehen, muss man sie doch relativieren. Insbesondere die einkommensschwachen Haushalte haben kaum Potenzial, ihre Konsumausgaben weiter einzuschränken. Und die Einkommensstärkeren schauen sehr genau hin, wofür sie mehr und wofür sie weniger ausgeben.

Wo sehen die Hamburger am ehesten noch Sparpotenzial?

Das bestätigt sich, wenn man danach fragt, In welchen Bereichen die Ausgaben am ehesten eingeschränkt würden. Den Befragten wurden acht Ausgabepositionen zur Auswahl gestellt und hatten die Möglichkeit zu Mehrfachnennungen. Rund 90 Prozent nannten mindestens eine Kategorie, in der sie für sich persönlich noch Sparpotenziale sehen.

69% bei den Freizeitausgaben (Hobby, Sport, Kino, Theater etc.)
63% beim Urlaub
43% beim Auto
42% beim Sparen
42% beim täglichen Einkauf
40% bei der Telekommunikation (Handy, Internet etc)
18% bei der Altersvorsorge
16% bei Ausgaben für Haus, Wohnung und Garten

Bemerkenswerte Detailergebnisse: Sowohl bei jungen Leuten im Alter zwischen 18 und 29 Jahren als auch bei Spitzenverdienern mit Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 4.000 Euro stehen weit überdurchschnittlich die Ausgaben für Urlaube auf der Streichliste. Beim Autofahren sind eher Familien als Singles zu Einschränkungen bereit. Was alle Bevölkerungsschichten vereint, ist der Rückzug ins Private. Beim Wohnen und bei der Altersvorsorge ist die Bereitschaft, die Ausgaben einzuschränken, mit Abstand am geringsten.

Reinhard Klein zu dem Ergebnis, dass nur 18 Prozent bei der Altersvorsorge Sparpotenzial sehen: "Das Ergebnis ist positiv zu bewerten. Der Staat hat sich in den letzten Jahren aus der Vorsorge sowohl im Gesundheitssektor als auch in der Altersvorsorge immer weiter zurück gezogen. An der privaten Absicherung will man nicht sparen, da sie eine hohe Bedeutung für den Lebensstandard im Alter hat.

 
 

 

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