Haspa Geldbarometer
Thema: Sparen oder konsumieren - und wo?
Nettoentlastung wird in Hamburg auch zu mehr Konsum führen
Höherer Grundfreibetrag, geringere Steuersätze, mehr Kindergeld und die Absetzbarkeit von Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen:
Ab Januar 2010 greifen Maßnahmen verschiedener Konjunkturpakete der Bundesregierung. Was fangen die Verbraucher mit dieser Nettoentlastung an?
Mit dieser Frage konfrontierte die Haspa im Rahmen ihres Geldbarometers 800 repräsentativ ausgewählte Hamburgerinnen und Hamburger. Das Ergebnis:
- 45 % wollen die Entlastung für mehr Konsumausgaben nutzen
- 40 % wollen höhere Sparleistungen erbringen
- 15 % sagen: "das weiß ich noch nicht
Als Konsummotor wirken die Entlastungen vor allem bei Geringverdienern mit einem Haushaltsnettoeinkommen bis zu 2.000 Euro (49 %) und in Single-Haushalten (ebenfalls 49 %). Bei Durchschnittsverdienern mit einem Haushaltsnettoeinkommen zwischen 2.500 und 3.500 Euro und in größeren Haushalten mit Kindern hat das zusätzliche Sparen Priorität (jeweils 52 %). Unterschiedlich auch die Auswirkungen auf die Geschlechter: Bei Männern ist das mehr Netto vom Brutto eher ein Signal zum Konsumieren (49 % gegenüber 41 % bei den Frauen), während das weibliche Geschlecht eher zum Sparen tendiert (43 % gegenüber 35 % bei den Männern).
Haspa-Privatkundenvorstand Reinhard Klein: "Die milliardenschweren Konjunkturprogramme zeigen Wirkung. Der Konsum war schon in den letzten Monaten eine zentrale Stütze für den Aufschwung. Wenn sich bewahrheitet, dass die steuerlichen Entlastungen im nächsten Jahr zumindest teilweise für verstärkte private Ausgaben genutzt werden, könnte das der Wirtschaft zusätzlichen Schub geben."
In welchen Bereichen die Hamburger mehr oder weniger ausgeben wollen
Die Haspa fragte darüber hinaus, in welchen Bereichen die Hamburger im nächsten Jahr mehr ausgeben und in welchen sie eher sparen wollen. Hier das Umfrageergebnis, bei dem Mehrfachnennungen möglich waren:
| Mehr Ausgaben planen | Weniger Ausgaben planen | |
| (jeweils Prozent der Befragten) | ||
| beim Urlaub | 24 % | 14 % |
| für Theater und Kino | 22 % | 11 % |
| bei spontanen Einkäufen | 18 % | 11 % |
| bei größeren Anschaffungen | 17 % | 23 % |
| bei der Altersvorsorge | 16 % | 4 % |
| bei Hobby und Sport | 11 % | 7 % |
| bei Restaurantbesuchen | 11 % | 21 % |
| beim täglichen Einkauf | 11 % | 8 % |
| beim Auto | 10 % | 10 % |
| beim Handy und Internet | 6 % | 13 % |
Das lässt den Schluss zu, dass für Urlaub, Kulturelles, spontane Einkäufe sowie für die Altersvorsorge im nächsten Jahr mehr Geld locker gemacht wird, während bei größeren Anschaffungen (z. B. Möbel), Restaurantbesuchen und Telekommunikationsausgaben am ehesten auf die Bremse getreten wird.


