Haspa Geldbarometer Frühjahr 2009
Thema: Stimmungslage
Repräsentative Meinungsumfrage
Ein positives Zeichen in der Krise: Die Stimmung ist besser als die Lage
Seit dem Jahr 2003 erhebt die Haspa im Rahmen ihres Geldbarometers Stimmungsdaten, wie die Hamburger ihre aktuelle und zukünftige finanzielle Lage einschätzen. Die neueste Erhebung aus dem Februar 2009 signalisiert: Die Krise an den Finanzmärkten und in der Wirtschaft ist in den Köpfen der Menschen angekommen aber längst nicht mit der Wucht, wie sie Börsen, Banken und industrielle Hersteller erschüttert.
Tatsache ist:
- 39% der Hamburger schätzen ihre aktuelle finanzielle Lage als gut bis sehr gut ein. Dieser Wert signalisiert zwar im Vergleich zum Sommer 2008 mit minus 10 Prozentpunkten eine klare Trendwende. Er ist aber kein Ausreißer und bewegt sich in etwa auf dem Niveau der Boomjahre 2005 bis 2007.
- 16% halten ihre finanzielle Lage für schlecht bis sehr schlecht. Dieser Wert ist erwartungsgemäß deutlich höher als im Vorjahr (plus 8 Prozentpunkte). Trotzdem weist er nicht auf ein Stimmungstief
- 44% der Befragten tendieren dazu, ihre finanzielle Lage weder als gut noch als schlecht einzuschätzen. Sie sagen: Es geht.
Auch die Frage nach den finanziellen Zukunftserwartungen für die nächsten zwei Jahre signalisiert eine Trendwende.
- Nur noch 24% der Hamburger äußern die Erwartung, dass sich ihre finanzielle Lage in den nächsten zwei Jahren verbessern wird.
- Fast ebenso viele (22%) rechnen mit einer Verschlechterung ihrer finanziellen Situation.
- 51 Prozent erwarten eine gleich bleibende Entwicklung.
Diese Ergebnisse entsprechen exakt den Werten, die das Haspa-Geldbarometer vor sechs Jahren ermittelte. Auch damals, im Frühjahr 2003, befand sich die Wirtschaft in einer Krise. Der Aktienindex DAX war nach einem Höhenflug im Jahr 2000 bis März 2003 um mehr als 5.500 Indexpunkte abgestürzt. Dann setzte, in Erwartung eines konjunkturellen Aufschwungs, die Trendwende ein, der vier Boomjahre folgten.
Auch dann, wenn nicht akut der Schuh drückt: Wirtschaftliche Krisenphasen drücken bei nahezu jedem auf´s Gemüt. Man macht sich Gedanken um den Arbeitsplatz, um die Altersvorsorge, um die Sicherheit der Ersparnisse. Was bereitet den Hamburgern in dieser Krisenlage zurzeit die größte Sorge?
Bei den Antworten auf diese Frage, bei der Mehrfachnennungen möglich waren, überrascht die Klarheit, mit der die Hamburger ihre Befürchtung ausdrücken, dass sich der Staat mit seinen Rettungspaketen für Banken und Konjunktur übernehmen könnte und dass die Quittung dafür noch kommen wird. So sorgen sich
- 73% der Hamburger wegen der ausufernden Staatsschulden
- 65%, dass es mit der Wirtschaft weiter bergab gehen könnte
- 64%, dass in Folge der Krise die Geldwertstabilität ins Wanken gerät
- 46%, dass große Banken in Deutschland pleite gehen
Auf mögliche individuelle Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise entfallen weniger Nennungen. Nur jeder Dritte beispielsweise befürchtet, dass sein Arbeitsplatz bedroht sein könnte. Aber es gibt Unterschiede in der Beurteilung vor allem geschlechterspezifische. So sind mehr als 50% aller Frauen sehr besorgt, keine Ersparnisse mehr bilden zu können (Männer: 39%). Auch die Sicherung des Lebensstandards und die Sicherheit der Altersvorsorge beschäftigt Frauen deutlich stärker als Männer.
Trotz allem: Von einer depressiven Stimmungslage kann in Hamburg keine Rede sein. Das Vertrauen in die Wirtschaftskraft der eigenen Region ist groß. Fast jeder zweite Befragte ist der Meinung, dass Hamburg die derzeitige Krise besser bewältigen werde als andere Wirtschaftsregionen in Deutschland. Nur jeder Zehnte sieht Hamburg schlechter positioniert als andere Regionen.


