Pressemeldungen - Studie Hafenwirtschaft
Haspa Studie: Hafenwirtschaft will Infrastruktur weiter ausbauen
Jedes dritte Unternehmen will sich an der Finanzierung des Hafenausbaus beteiligen
Hafenwirtschaft erwartet weitere Umsatzeinbrüche und sinkende Investitionen
Hafenquerspange wird als wichtigstes Infrastrukturprojekt genannt
Hamburg, 6. April 2009 Die Hamburger Hafen- und Logistikunternehmen fordern trotz Weltwirtschaftskrise den weiteren Ausbau der Hafeninfrastruktur und sind nicht abgeneigt, sich auch an der Finanzierung zu beteiligen. Das ergab das Haspa Mittelstandsbarometer Hafenwirtschaft 2009, eine aktuelle Umfrage unter mittelständischen Hafen- und Logistikunternehmen in Hamburg. Die Ergebnisse präsentiert die Haspa zusammen mit der Logistik-Initiative Hamburg auf dem BranchenTreff Hafen und Logistik.
Die Hamburger Sparkasse (Haspa) hat im März 2009 rund 100 mittelständische Hafen- und Logistikunternehmen zum Thema Flaute im Hafen? Investieren zwischen Kreditklemme und Konjunkturschwäche befragt. 35 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bereit sind, sich künftig verstärkt an der Hafenfinanzierung zu beteiligen. Mehr als die Hälfte jedoch will keinen finanziellen Beitrag zum Ausbau der Infrastruktur leisten. Wir müssen die Zeit der Krise nutzen, um den relativen Vorteil des Hamburger Hafens gegenüber anderen Häfen auszubauen, kommentiert Prof. Dr. Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), die Ergebnisse der Umfrage.
Zur Hafenfinanzierung gehören auch die Mieten und Pachten, die von den Hafenunternehmen zur Flächennutzung im Hafen gezahlt werden: 35 Prozent der Umfrageteilnehmer halten die Höhe der aktuellen Hafenflächen-Pacht für angemessen und wären sogar zu einer Erhöhung bereit. Dagegen meinen 41 Prozent, dass die aktuelle Pacht zu hoch sei. Eine weitere Alternative zur Hafenfinanzierung ist die Einführung einer Maut für bestimmte Strecken im Hafen. Auch zu diesem Thema hat die Haspa die im Hafen ansässigen Unternehmen befragt: Fast die Hälfte aller Befragten sprach sich gegen die Einführung einer Maut aus. Hingegen betrachtet mehr als ein Drittel die Einführung einer Maut als sinnvolle Maßnahme zur Infrastrukturfinanzierung im Hamburger Hafen.
Auf die Frage, für welche Infrastrukturprojekte diese zusätzlichen Einnahmen verwendet werden sollen, wurde von 53 Prozent zuerst die Hafenquerspange genannt. Weitere Projekte, an denen sich die Umfrageteilnehmer beteiligen würden sind neue Brücken, die Fahrrinnenanpassung und der Ausbau der Hinterlandanbindung. Diese Bereitschaft der Unternehmen bestätigt, dass die Zufahrtswege zum Hafen auf Wasser, Straße und Schiene ein wichtiges Standortkriterium sind, sagt Gernot Lobenberg, Geschäftsführer der Logistik-Initiative Hamburg. Gerade deshalb ist es wichtig, die Fahrrinnenanpassung der Unterelbe schnellstmöglich vorzunehmen. Verlader und Reedereien aus aller Welt brauchen ein deutliches Signal dafür, dass der Hamburger Hafen ein sicheres Ziel für Schiffstransporte ist.
Umsatzeinbrüche im Hamburger Hafen halten an
Der Umschlag im Hamburger Hafen ging 2008 erstmals seit vielen Jahren zurück. Für das Jahr 2009 erwarten 29 Prozent der von der Haspa befragten Hafenunternehmen eine negative Umsatzentwicklung in ihrem eigenen Unternehmen. 59 Prozent aller befragten Unternehmen glauben an eine Umsatzstagnation, während nur 6 Prozent auf eine positive Entwicklung hoffen. Was die Geschäftslage des gesamten Hafens betrifft, sind die Aussichten noch schlechter: Keines der befragten Unternehmen glaubt an eine positive Umsatzentwicklung im Gesamthafen und, über die Hälfte der Befragten meinen, dass die im gesamten Hafen erzielten Umsätze in 2009 zurückgehen werden. Die Globalisierung wird zurückkehren und der Handel wird sich ab 2010 wieder erholen, meint Straubhaar. Daher könne man in absehbarer Zeit auch wieder mit einem starken Aufschwung für den Hafen rechnen.
Stagnierende oder sogar sinkende Investitionen in 2009
Auch das Investitionsklima im Hamburger Hafen ist angeschlagen: 47 Prozent der Befragten wollen in diesem Jahr weniger investieren als noch in den vergangenen Jahren. Der gleiche Anteil plant gleichbleibende Investitionen. Nur 6 Prozent wollen ihre Investitionen in 2009 erhöhen. Frank Brockmann, Firmenkundenvorstand der Haspa, wertet dieses Ergebnis jedoch als positiv: Für jedes zweite Hamburger Hafenunternehmen ist das Glas derzeit halb voll und die Haspa wird ihr Bestes geben, auch in diesem Jahr für die nötige Liquidität in Hamburg zu sorgen. Insgesamt gaben 35 Prozent der Befragten an, dass sie ihre Investitionen aus eigenen Mitteln tätigen. Hingegen bedienen sich 18 Prozent der reinen Kreditfinanzierung.
Von einer Kreditklemme, wonach Banken Kredite trotz hoher qualifizierter Nachfrage massiv verweigern, kann hier aber nicht gesprochen werden. Auf die Frage, ob es für Unternehmen schwieriger geworden sei, Kredite für Investitionen zu erhalten, antworteten 82 Prozent der Befragten mit nein. Es stehen Investitionen an, die trotz Bankenkrise finanziert werden wollen. Dabei richtet sich der Blick auf staatliche Konjunkturprogramme aber auch auf die Kreditversorgung im Mittelstand, so Brockmann.
Über die Hamburger Sparkasse
Die Haspa zählt seit Jahren viele Hafenbetriebe und Logistikunternehmen zu ihren Kunden. Als Mitglied der Logistik-Initiative Hamburg setzt sie sich aktiv für die Stärkung Hamburgs als internationaler Logistikstandort ein. Darüber hinaus wurde ein Kompetenz-Center Hafen und Logistik eingerichtet. Hier finden die Kunden Ansprechpartner für branchenspezifische Themen wie Fuhrparkmanagement oder die langfristige Finanzierung eines Logistikzentrums mit Zinsabsicherung. Die Lösungskompetenzen sind breit gefächert. Die Brachenexperten erschließen ihren Kunden die komplette Leistungs- und Angebotspalette der Haspa vom Anlage- bis zum Zins- und Währungsmanagement.
Über die Logistik-Initiative Hamburg
Die Logistik-Initiative Hamburg vernetzt die Branche. Sie wird getragen von Unternehmen und Institutionen aus der Metropolregion Hamburg, die sich im Logistik-Initiative Hamburg e.V. zusammengeschlossen haben sowie der Freien und Hansestadt Hamburg. Mit mehr als 400 Mitgliedsunternehmen und -institutionen aus Industrie, Handel, Dienstleistung sowie Forschung & Entwicklung und zahlreichen öffentlichen Institutionen ist die Logistik-Initiative Hamburg das größte Standort-Netzwerk der Branche in Deutschland. Ziel dieses Public-Private-Partnership ist es, die Rolle der Metropolregion Hamburg als führende Logistikmetropole Nordeuropas weiter auszubauen und logistiknahe Unternehmen und Institutionen zu unterstützen. Dazu bietet die Logistik-Initiative Hamburg ein breites Leistungsportfolio in den Bereichen Information & Öffentlichkeitsarbeit, Service & Support, Arbeitskreise & Projektarbeit sowie Networking & Events in den Handlungsfeldern "Logistikgerechte Gewerbeflächen und Verkehrsinfrastruktur", "Arbeitskräfte/Qualifizierung", "Innovation und Technologie" sowie "Standortprofilierung". Die Logistik-Initiative Hamburg ist mit ihren Partnern erster Ansprechpartner zu allen Fragen der logistiknahen Wirtschaft für Unternehmen, Institutionen und Öffentlichkeit in der Metropolregion Hamburg. Weitere Informationen und Formulare zur Mitgliedschaft finden Sie unter www.hamburg-logistik.net.



